Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind wir für Sie ehrenamtlich in der Kreisstelle Essen und in der Kammerversammlung in Düsseldorf tätig und blicken somit auf eine lange berufspolitische Erfahrung zurück.
Die meisten von Ihnen kennen die Kammer nur vom jährlichen Beitragsbescheid. Viel mehr wussten wir auch nicht, als wir zum ersten Mal kandidierten. Aber uns war schon klar, dass wir nur über Gremien Einfluss nehmen können. Und das wollten wir auch, denn es gab Dinge, die uns störten. In unserem Beruf stehen wir an vorderster Front der medizinischen Versorgung, sei es in der eigenen Praxis, in medizinischen Versorgungszentren oder in Kliniken, und da bleibt oft wenig Zeit für zusätzliche ehrenamtliche Tätigkeiten. Wir haben es trotzdem gewagt und es nicht bereut.
Es gibt viele Gründe, warum es eine solche Kammer gibt und warum es wichtig ist, sich an den Wahlen zu beteiligen:
- Berufsständige Interessen: Die Ärztekammer vertritt die Interessen der Ärzteschaft auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Sie vertritt die Anliegen der Ärztinnen und Ärzte gegenüber Behörden, Krankenkassen und anderen Organisationen, um die Arbeits- und Rahmenbedingungen für die ärztliche Tätigkeit zu verbessern. Die Kammer entscheidet auch über die Ausgestaltung unserer ärztlichen Versorgung und über unsere Renten.
- Qualitätssicherung und Fortbildung: Die Kammer ist verantwortlich für die Festlegung der Standards in der ärztlichen Ausbildung, der Weiterbildung, der Fortbildung und der Qualitätssicherung. Sie fördert die kontinuierliche Weiterentwicklung der medizinischen Kenntnisse und Fähigkeiten der Ärztinnen und Ärzte, um eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung zu gewährleisten.
- Ethische und professionelle Normen: Die Ärztekammer entwickelt und überwacht ethische Richtlinien und berufliche Standards. Sie gewährleistet, dass Ärztinnen und Ärzte nach den höchsten ethischen Grundsätzen handeln und die Rechte und das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten stets an oberster Stelle stehen.
- Kollegiale Zusammenarbeit: Durch die Mitgliedschaft in der Ärztekammer profitieren Ärztinnen und Ärzte von einem Netzwerk kollegialer Zusammenarbeit und Unterstützung. Dies kann den Austausch von Wissen und Erfahrungen fördern und dazu beitragen, berufliche Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
Die Kammer kann nicht alles ändern, was uns stört.
Aber wer nicht versucht mitzubestimmen, wird irgendwann fremdbestimmt!
Wir sind ehrlich: Nicht alles, was uns störte, konnten wir ändern, aber wir haben beharrlich Einfluss genommen, konnten vieles mitgestalten und unsere Ideen und Vorstellungen einbringen. Das war und ist eine mühsame Arbeit, die sich aber lohnt. Damals waren nur wenige Ärztinnen in der Kammerversammlung und in den Ausschüssen vertreten. Das hat sich zwar im Laufe der Jahre verbessert, aber Ärztinnen sind in der ärztlichen Selbstverwaltung immer noch unterrepräsentiert. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen über geringere zeitliche Ressourcen verfügen. Deshalb haben wir uns immer dafür eingesetzt, dass die Sitzungen konzentriert und effizient sind und ein kalkulierbares Ende haben.
Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind komplex, und Lösungen erfordern oft Zeit, Geduld und Kompromisse.
Ein großartiges Wahlprogramm kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass man nur dort handeln kann, wo es Optionen gibt. Wir geben unser Bestes!

Wir danken für Ihre Unterstützung, die es ermöglicht hat, dass wir Sie erneut in der Kreisstelle Essen und in der Kammerversammlung in Düsseldorf vertreten können.

2239 der 5498 stimmberechtigten Kolleginnen und Kollegen reichten für die Essener Kreisstellenwahl ihre Stimmzettel ein. 13 waren ungültig.
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